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Demo seltsamer „Kinderfreunde“
12.02.2011 – Für
diesen Samstag war in Krefeld eine Demonstration angemeldet, „für gerechte
und ausreichende Strafmaßnahmen, bei Delikten an Kindern, Frauen und Wehrlosen,
wie im zum Beispiel im Falle Mirco aus Grefrath“. Dahinter standen angeblich
nur zwei Einzelpersnen aus Krefeld, die jedoch behaupteten, über Facebook
hätten sich über 1000 Menschen zu dieser Demo angemeldet. Von Rechtsextremen
distanzierten sie sich scheinbar, in ihrem Aufruf hieß es „bitten wir alle
Teilnehmer sich daran zu halten und Fahnen, Banner und/oder Transparente bitte
zuhause zu lassen die darauf hinweisen! Zuwiderhandlungen werden nicht geduldet!“
Sie würden die Demo sofort abbrechen, wenn sich jemand nicht daran halte.
Allzu ernst scheint das jedoch wohl nicht gemeint gewesen zu sein.
Zum Demomotto: Ob Triebtäter durch „harte Strafen“ abgeschreckt werden,
ist sehr fraglich.
Am Samstag um 14 Uhr kamen dann vor dem Krefelder HBF etwa 300 Menschen
zu dieser Aktion zusammen. Schon die Ordnertruppe war von Rechten durchsetzt,
mindestens drei bekannte NPD-Mitglieder (Philippe Bodewig, Bianca Liedgens,
Marcel Lay) waren darunter. Einige der Teilnehmer trugen Shirts mit dem Aufdruck
„Stoppt Tierversuche, nehmt Kinderschänder“.
Einige antifaschistisch gesinnte Krefelder/innen versuchten am Rande durch
Flugblätter und Gespräche aufzuklären. Wir gingen schließlich der Demo etwa
50 Meter voraus und brachten unsere Flyer unter die Leute. Die Reaktion war
oft recht gut. In einem Fall ließen sich zwei Personen Flyer von uns geben
und verteilten sie in der Fußgängerzone weiter.
Die vom HBF losgehende Demo war nun keineswegs ein stiller Gedenkgang. Schon
schnell wurden dort Sprechchöre „Todesstrafe für Kinderschänder“ und „Wer
Kinder nicht liebt, soll Deutschland verlassen“ angestimmt. Der letzte Spruch
ist eine Variante der NPD-Parole „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland
verlassen“. Die Aktion wurde aber deshalb keineswegs abgebrochen. Schließlich
wurde auch ein Transparent „Todesstrafe für Kinderschänder“ entfaltet. Das
nahmen die Demoanmelder nach gut der Hälfte des Weges, bei der Zwischenkundgebung
auf dem Von-der-Leyen-Platz zum Anlaß, um die Demo für aufgelöst zu erklären.
Ein Teil der Teilnehmer hatte sich da aber bereits abgesetzt. Nun meldete
die NPD flugs eine Demo an und zog mit etwa 30 Leuten zum Krefelder Neumarkt.
Die ursprünglichen Anmelder meldeten nun auch eine neue Demo an, und der Rest
- knapp 150 Personen - ging dann zum Gericht.
Ob die NPD in Zukunft noch öfter versuchen wird, Aktionen so zu instumentalisieren?
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